SZ_01_2020

Seite 36 Städtli-Zytig 01/2020 Ende Februar sind viele auf der Suche nach einer kleinen Auszeit – der Winter steckt noch in den Knochen und der Frühling lässt auf sich warten. Nordafrika, Ägypten oder die Türkei waren mal beliebte Reiseziele, kommen für die meisten aber aufgrund der politischen Lage nicht mehr infrage. Alternativen zum klassischen Wintersport gibt es trotzdem – ohne in die Karibik fahren zu müs- sen. Ende Februar ist beispielsweise die Provence schön, denn mit etwas Glück erwarten Sie angenehme Temperaturen für Wanderungen oder auch ein tägliches Frühstück im Freien. Unser einwöchiger Trip brachte uns ins Hinterland von Nizza, in den kleinen, beschaulichen Ort Montauroux. Er liegt am Hang mit Blick auf das Esterelgebirge. Bis auf Grasse, Antibes und Sanary- sur-Mer liessen wir alle Städte aussen vor und genossen Natur, gute Restaurants und vereinzelt Museen. Strasse der Mimosen Was wir allerdings nicht zu Gesicht bekamen, waren die typi- schen Lavendelfelder. Dennoch blühte es – allerdings in leuch- tendem Gelb: Die Mimosenblüte hatte begonnen. Wer sich das Leben leichter machen möchte, nutzt die Kilometer lange «Strasse der Mimosen» von Grasse über Tanneron nach Bormes- les-Mimosas mit dem Auto. Grasse, die Welthauptstadt des Par- füms, hat nicht nur ein dazu passendes grandioses Museum, son- dern bietet Ihnen auch die Möglichkeit, einen eigenen Duft zu kreieren. Der deutsche Schriftsteller Patrick Süskind hat den Ort mit seinem Roman «Das Parfüm» verewigt. Bormes-les-Mimosas war in der Antike ein Umschlagplatz für Granit und Blei. Etwa Kilometer westlich von Bormes-les-Mimosas liegt die Gemeinde Sanary-sur-Mer, die es vielen Künstlern und Schriftstellern ange- tan hat. Der britische Autor Aldous Huxley lebte an diesem Ort, der Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau schützte hier seine Erfindungen vor den Nazis und deutsche Exilanten wie Bert Brecht, die Familie Mann oder Franz Werfel lebten an diesem Küstenort während des Zweiten Weltkriegs. Nizza und seine Region Auch die Region um Nizza an der Côte d’Azur inspirierte Maler. Wer anfangs eigentlich nur für ein paar Wochen zur Erholung dort sein wollte, blieb teils – wie Henri Matisse oder Pierre Bon- nard – für immer im Land der Farben und des Lichts. Andere ver- brachten Monate hier: Pablo Picasso arbeitete in Antibes und hat dem Ort einige Gemälde geschenkt. Sie sind noch heute im Mu- sée Picasso zu sehen. Das Cap d’Antibes wird mit Vorliebe von Millionären be- wohnt, die hier abgeschirmt vom Rest der Welt hinter Mauern resi- dieren. Aber so ganz allein sind sie doch nicht, denn um das Cap her- um führt ein schöner Weg, den Sie nicht versäumen sollten – er star- tet am Plage de la Garoupe. Reisebericht: Provence in Licht und Farbe adm/Deike

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