SZ_07_2020

Seite 5 Städtli-Zytig 07/2020 Diese Monats-Kolumne wurde gesponsert vom Einkaufscenter Sunnemärt, Bremgarten N ach getaner Arbeit und dem wohlverdienten Feierabendbier befinde ich mich auf dem Heim- weg. Meine Gedanken kreisen um allerlei Unnützes. Sie springen regelrecht von etwas Belanglosem zum nächsten. Dinge, welche ich beim Arbeiten hätte er- ledigen sollen, bis hin zu Themen, welche beim Bier zur Sprache kamen. Sie beschäftigen mich nicht wirk- lich, aber sie unterhalten mich und verkürzen mir die Zeit beim Heimweg. P lötzlich wird mein Gedankenfluss von einem Reiz abgelenkt, der wohl den primitivsten Regionen meines Hirns entspringt, dem Reptilienhirn: Vor mir, es mögen vielleicht 200 Meter sein, läuft eine Dame, die mein Interesse weckt. Ich schätze sie auf 39 Jah- re. Sie ist blond und trägt ein blassgelbes Sommer- kleid mit erfrischendem Limettengrün, welches ihr bis knapp oberhalb der Knie reicht, hervorragend zu ihrem Haar passt und dabei ihre Figur positiv betont. Sie scheint ein wenig strahlender zu leuchten, als es die Lichtverhältnisse zulassen dürften. Ein wenig nur, dennoch gibt es mir das Gefühl, als ob sie von innen heraus leuchte. D ie Bewegungen besagter Person scheinen eine Mi- schung aus kindlichem Tänzeln und dem grazilem Schritt einer erwachsenen, selbstbewussten Frau zu sein und, ja, sie zieht mich – obschon nur von hin- ten zu sehen – in ihren Bann. Schnell macht sich in mir der Wunsch breit, mit ihr in Kontakt zu treten, doch leider biegt sie just in diesem Moment links ab und verschwindet aus meinem Blickfeld. Als ich an die Stelle gelange, wo die Lady entschwand, erschre- cke ich. Sie steht nämlich unmittelbar vor mir – noch immer mir den Rücken zugewandt – und blickt durch das Schaufenster des Fahrradhändlers. Dabei macht sie Anstalten, mit dem Handy entweder ihr bevor- zugtes Gefährt abzulichten oder die Dicke der Scheibe zu prüfen, um einen möglichen Einbruch zu planen. Dieser Gedanke lässt mich schmunzeln und ehe ich es versehe, stehe ich neben ihr. Sie bemerkt natürlich sofort meine Nähe und dreht sich verwundert um. « Wow, Du bist so wunderschön», flüstere ich hör- bar, was sie sichtlich verwirrt. Ich erkenne ihren Fluchtreflex. Dennoch rennt sie weder weg noch geht sie empört wortlos davon. Stattdessen lässt sie ein leises nuschelndes «Danke» hören. Ich gebe mich bemüht, so zu tun, als ob mein Interesse einem Drahtesel gälte. «Du bist so wunderschön», schwär- me ich erneut das Fahrrad an und drehe mich ge- spielt langsam zu ihr hin, tippe auf das Glas und sage: «ist dieses Fahrrad nicht wunderbar?» S ie grinst, da sie den Schalk erkennt und spielt spontan mit. Also betrachtet sie mein vermeint- liches Wunschfahrrad und antwortet: «Oh, ja, wun- derbar. Roter Rahmen aus Karbon. Sieht wunderschön aus. Und die passenden, verchromten Felgen. Clever gelöst. Man müsste meinen, dieses Prunkstück wür- de ein Vermögen kosten. 1200 Franken ist ein echtes Schnäppchen!» S ie nickt bewundernd, als ich sie auf die Vorzüge der gelungenen Form des Lenkers aufmerksam mache, und bringt ihre volle Hochachtung für die Lampe zum Ausdruck. Nun zweifle ich das Gefährt indes mit den Worten an, der Gepäckträger sehe nicht sehr stabil aus. «Nicht? Mir scheint, die Halte- rung ist ordentlich verschweisst», reagiert die mir bis dato unbekannte Dame. «Nun, einen Versuch wärs wert», gehe ich darauf ein. «Würden Sie einen Här- tetest mit mir eingehen und sich daraufsetzen, wenn ich mit Ihnen die Marktgasse herunterdonnere?»«Die Marktgasse? Mit all ihren Kopfsteinpflaster? Nun, da müsste die Federung schon ein wenig angenehmer sein, als es mir bei diesem Objekt erscheint. Über die Zürcherstrasse liesse sich reden!» W ir grinsen uns an. Ich reiche ihr die Hand und stelle mich vor. Kurze Zeit später setzen wir uns gemeinsam auf eine Parkbank und sprechen über mancherlei, allerlei und einerlei. Es scheint eine gute Basis zu sein: Die Basis eines netten Gesprächs, einer guten Freundschaft oder gar einer möglichen Bezie- hung. L eider sieht die Realität ernüchternder aus als die Fantasievorstellung eines schreibenden Glöckners: Bis zu dem Zeitpunkt von Abschnitt drei, als ich mich hätte zu der Dame gesellen sollen, hat sich alles so abgespielt. Doch statt mich neben sie zu stellen, ver- langsamte ich nur meinen Schritt und murmelte ein nettes «Grüezi». Die wunderschöne Frau erschrak leicht, drehte sich halb zu mir um, grüsste ebenfalls und widmete sich wieder ihrer Tätigkeit. Vielleicht fotografierte sie tatsächlich nur ein Bike, welches sie dereinst erwerben will. Oder plant sie doch den Einbruch in das Fahrradgeschäft? Ich will es hoffen, denn falls sie daraufhin geschnappt werden sollte, könnte ich unter Umständen in Erfahrung bringen, wer sie ist. Ich mag zwar ein Feigling sein, dafür bin ich ein ewiger Optimist. —— GUTSCHEIN 20.– * AB EINEM SERVICE VON CHF 50.– * nicht mit anderen Angeboten kumulierbar —— GÜLTIG BIS 31.12.2020 100% WIR 10% AHV & STUDENTENRABATT 20% RABATT AUF ALLE PRODUKTE SIND SIE SCHON ONLINE-BUCHER? BUCHER-HAIR.CH SUNNE-MÄRT 5620 BREMGARTEN 056 633 31 31

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