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Städtli-Zytig 10/2018 Seite 5 Diese Monats-Kolumne wurde gesponsert vom Einkaufscenter Sunnemärt, Bremgarten I n meiner Turmstube sitzend, trällere, pfeife und singe ich immerzu, «Heute kommt der Nikolaus, bringt uns seine Gaben.» Z ugegeben, ich habe die Original-Version abgeändert. Immerhin ist es bei uns der Sa- michlaus, der Einzug hält, und nicht etwa der Weihnachtsmann. Letzterer wurde in Amerika von einem Süssgetränke-Hersteller erfunden und ist, trotz des Namens «Santa Claus», eine Mischung des heiligen Bischofs aus Myra und des Christkinds. D ie Gedanken kreisen um den Knecht Rup- recht und lassen mich nicht mehr los. Wussten Sie zum Beispiel, dass unser St. Niko- laus nicht etwa am 6. Dezember geboren wur- de, sondern an dem Tag (um ca. 350 n. Chr.) verstarb? Er lebte und agierte in Demre, im Sü- den der heutigen Türkei, was damals noch zu Griechenland gehörte. E in Blick in sein goldenes Buch – fragen Sie mich jetzt bitte nicht, woher ich das habe – verrät mir witzige Anekdoten über ihn. Als Schutzpatron scheint er nicht wählerisch zu sein, denn er vertritt in diesem Amt folgende Leute: die Alten, Apotheker, Bäcker, Diebe, Drescher, Fuhrleute, Gefängniswärter, aber auch die Ge- fangenen, Getreidehändler, Juristen, Kaufleute, Kinder, Küfer, die Liebenden und Gebärenden. Weiter die Metzger wie auch die Ministranten, Pfandleiher, Pilger und Reisende, Prostituierte sowie Rechtsanwälte, Salzsieder, was immer das sein mag, Seefahrer und Binnenschiffer. Dann kommen noch die Schneider, Schüler und Stu- denten. Also irgendwie alle. Und wem das noch nicht reicht: Er ist auch noch der Schutzheilige der Russen, Kroaten und Serben sowie von Lothringen, Süditalien und Bari. Von wegen der stolze Herr mit weissem Bart arbeite nur einen Tag im Jahr. Der Mann hat anscheinend auch knapp 1700 Jahre nach seinem Ableben noch alle Hände voll zu tun. D och warum tut er sich das an? Wie kommt es, dass er uns – vor allem die Kinder – mit Nüssen und Lebkuchen beschenkt? Zumal wir in der heutigen Zeit im Überfluss leben. G edankenverloren laufe ich im engen Turm- zimmer hin und her. Ich ertappe mich, wie ich die Spitteltreppen hoch- und heruntersteige. Meine Gedanken wandern im Eilschritt. Ich glaube, es geht ihm nicht um das Materielle, sondern um den Besuch, das nette Gespräch und um den gegenseitigen Respekt. D ie Vorweihnachtszeit wird gemeinhin als «besinnliche Zeit» gesehen. Dennoch scheinen genau in dieser Phase alle dem Stress verfallen zu sein: Weihnachtsgeschenke, Jah- resabschlüsse, Umsätze, die erfüllt werden müssen, und, ach Gott, was koche ich an Hei- ligabend? Ist «besinnlich» ironisch? Oder soll- ten wir uns vermehrt dessen besinnen, wofür die Vorfeiertage gedacht sind, und uns um die Menschen kümmern statt um deren Geschenke? D urch die Widersprüche getrieben, ist es mir unterdessen in meiner Behausung zu eng geworden. Ich habe den Spittelturm verlassen und bin, gedanklich Purzelbäume schlagend, im Städtchen unterwegs. D er Samichlaus lobt und tadelt. Die gutmü- tige Grossvater-Gestalt schmunzelt und hat doch schwarze Gesellen bei sich. Mein Kopf-Karussell dreht sich um die Sagengestalt und ohne mir bewusst zu sein, wie ich hierher gekommen bin, stehe ich plötzlich vor einem Werbeplakat über den vergangenen Auszug des gütigen Mannes. Barbaren haben sein Konter- fei mit einem scharfen Gegenstand zerschnit- ten. Nicht zum ersten Mal, wie mir ein Passant erklärt, als ich kopfschüttelnd davorstehe. Der Fussgänger erzählt mir, beim letzten Vandalen- akt habe man die Blache in der ganzen Länge zerschnitten. Erstaunlich sei, so mein Ge- sprächspartner weiter, dass alle anderen Infor- mationsbanner unversehrt geblieben seien. Ob die Zerstörer persönlichen Groll gegen den gü- tigen Mann mit Umhang und Bart hegen? Oder gar gegen das Fest der Liebe? Nun, der Niko- laus ist unter anderem Schutzpatron der Strol- che. Obschon mich diese unsinnige Zerstö- rungswut schmerzt, wünsche ich diesen Flegeln schöne Feiertage. Ganz besonders gelten meine guten Wünsche jedoch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Alles Gute und eine besinnliche (Vor-)Weihnachtszeit, schönen Christchindli- Markt und alles Liebe fürs Jahr 2019. F ür dieses Jahr verabschiede ich mich von Ihnen, mit einem munteren Liedchen auf den Lippen: Lasst uns froh und munter sein. 28 28 Jahre Hp. Leimgruber Hambelweg 6 5524 Niederwil Tel. 056 622 05 02 Natel 079 663 78 50 www.leimi-haushaltapparate.ch Austausch-Aktion für Backöfen und Herde Die aktuellsten Klein- und Grossgeräte vom Fachmann in Ihrer Nähe… wir beraten Sie gerne und unverbindlich ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶ ✶

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